CARLECTRA GmbH und die M PLAN GmbH luden zum Initiativabend der Fahrzeugelektronik
Herausforderungen an das Fahrzeugthermomanagement von Morgen
Das Wolfsburger Unternehmen M PLAN GmbH stellt sich den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Thermomanagements von Morgen. Hinsichtlich der neuen Stärke von alternativen Antriebstechnologien gibt es komplexe Fragestellungen seitens des Thermomanagements am und im Fahrzeug, die mit aktuellen Technologien nur schwer im jeweiligen Technologiefeld gelöst werden können. Nur im gezielten Zusammenspiel der jeweiligen notwendigen Kompetenzen lassen sich wirkliche Quantensprünge erreichen. Davon konnten sich vor Ort, in der von der CARLECTRA organisierten Veranstaltungsreihe "Initiativabend Fahrzeugelektronik", 53 Experten aus 20 Unternehmen selbst ein Bild machen.
Begrüßt wurden die Teilnehmer durch Herrn Bernd Gilgen, Geschäftsführer der Modulare Planungs- und Konstruktionstechnik GmbH. Bernd Gilgen stellte den Anwesenden die grundsätzliche Struktur des Unternehmens M PLAN vor und erläuterte, dass beabsichtigt sei, weiter in den Wolfsburger Standort zu investieren. Einen Beitrag zu dieser Entscheidung leistete auch die Netzwerkarbeit der CARLECTRA GmbH.
Für die Stadt Wolfsburg betonte Herr Joachim Schingale, Ressortleiter der Wirtschaftsförderung in Wolfsburg und Geschäftsführer der Wolfsburg Marketing GmbH, die Bedeutung des Zusammenwirkens von interdiziplinären Technologiefeldern, um weiteres Wachstum in der Region Braunschweig-Wolfsburg nachhaltig zu fördern. Er begrüßte im Namen der Stadt Wolfsburg die Veranstaltungsreihe, die einen Anteil an dem zukünftigen Wachstum in diesem Feld leisten könne.
Matthias Keune, Geschäftsführer der CARLECTRA GmbH, unterstrich in seinem Beitrag, wie wichtig es ist, die wesentlichen technologischen Herausforderungen, insbesondere in der Elektromobilität, zur Kenntnis zu nehmen. Das Interesse der Unternehmen auf diesem Gebiet ist auch zukünftig zu fördern, um über deren Kernkompetenzen hinaus offene Fragestellungen zu diskutieren, um daraus wiederum Rückschlüsse für die eigene unternehmerische Technologiekompetenz ziehen zu können. Für die Elektromobilität in unserer Region gelte es daher zeitnah, die entsprechenden Kernkompetenzen aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzubringen, um bereits heute den technologischen Bedarf bis 2020 zu bedienen. Zudem gelte es, die Anforderungen an zukünftige Mitarbeiter zu erarbeiten, um diese Kenntnisse rechtzeitig den Hochschulen der Region zur Verfügung zu stellen. Nur dann, so Keune, kann es der Region gelingen, neue Technologien aus der Wissenschaft oder auch Ideen unmittelbar aus den KMU heraus, zu neuen Dienstleistungen und Produkten zu entwickeln.
Herr Dr. Todor Zahariev, Leiter der Entwicklung des Unternehmens M PLAN, führte anschließend in das Themenfeld der Thermodynamik ein. Insbesondere beleuchtete er die Problemstellungen auf dem Gebiet der Elektromobilität. Grundsätzlich sei festzustellen, dass bedingt durch den hohen Wirkungsgrad eines Elektromotors, die Herausforderung an das Thermomanagement eines Antriebsstranges sowie die Innenraumklimatisierung eines Fahrzeuges sich in komplexer Art und Weise stringent verändert hätten. So entsteht beim elektromotorischen Antriebsstrang dort die Wärme, wo sie am wenigsten gebraucht und nur schwer für das Thermomanagement nutzbar gemacht werden kann, erläuterte Dr. Zahariev. Allein in der Simulationswelt reichten die derzeitigen Rechenmodelle und -geschwindigkeiten nicht aus, um schnelle und sichere Aussagen zu erhalten. Hier ist die wesentliche Grundlagenarbeit noch im Zusammenwirken von Aktorik, Sensorik und Thermoelektrik in der Praxis zu erproben, um das komplexe Zusammenspiel der Batterie zwischen Physik, Chemie und Elektronik besser zu verstehen.
Im anschließenden Praxisteil des Abends konnten sich die Experten über Kernkompetenzen von M PLAN auf dem Gebiet des Thermomanagements im Rahmen von Führungen überzeugen.
Dieser Part unterscheidet die Initiativabende von anderen Netzwerkveranstaltungen, da das meiste Verständnis für eine Problematik erst aufgebracht werden kann, wenn man es sprichwörtlich anfassen kann, erläuterte Keune.
Im abschließenden Teil stießen die Ausführungen Dr. Britta Lüder's, vom EU-Hochschulbüro der Leibniz Universität Hannover, mit ihrem Grundvortrag über Partizipationsmöglichkeiten von KMU's am 7. EU-Forschungsrahmenprogramm auf großes Interesse. Insbesondere stellte Dr. Lüder heraus, welche Bausteine des Programms für kleinere und mittlere Unternehmen sinnvoll sind. Nur wenn die Vorgehensweisen und die Richtlinien bekannt sind, ist eine Förderung von bis zu 70% bis zu 100% auch für KMU möglich.
Die CARLECTRA hat sich im Vorfeld genau dieser Notwendigkeit gestellt. In Wolfsburg konnte die CARLECTRA GmbH Dr. Anne Wawer vorstellen, die zukünftig als Expertin für diese komplexe Materie als direkter Ansprechpartner im Netzwerk agiert.
